Man kennt ihn als Schnittlauch (lat. Allium schoenoprasum), aber auch als Binsenlauch, Chives, Grusenich, Jakobszwiebel, Brislauch oder Schnittling ist die auch Graslauch genannte Pflanze aus der Familie der Lauchgewächse bekannt.
Schwierigkeitsgrad: Leicht
Ort: Fensterbank, Balkon, Urban Farming, Garten, Freiland
Aussaat: Vorzucht Ende Februar – März
Freiland: Ende März – Ende April
Ernte: vom Frühjahr bis in den Herbst
(im Gewächshaus & auf der Fensterbank ganzjährig)
Graslauch- Aromatisches Küchenkraut & wertvolle Heilpflanze
Als Küchengewürz ist der Graslauch weithin bekannt und seit vielen hundert Jahren verbreitet wie geschätzt. Verloren gegangen ist hingegen seine Rolle als traditionell appetitanregendes Heilkraut, das auch bei Blähungen, Magenschmerzen, Darmentzündungen und hohem Blutdruck eingesetzt wurde. Aber dem Schnittlauch wird auch eine schleimlösende und husten-lindernde Wirkung nachgesagt, weshalb er auch heute noch gern zur Linderung von Erkältungskrankheiten verwendet wird. Da die im Kraut enthaltenen Pflanzenstoffe sich leicht verflüchtigen, sollte Schnittlauch stets frisch gegessen und möglichst nicht gekocht werden.
Schnittlauch selber anbauen – Genügsam und pflegeleicht
Schnittlauch selber anpflanzen ist ganz einfach. Zieht man ihn aus Samen auf, bietet es sich an Ende Februar mit der Aufzucht auf der warmen Fensterbank im Zimmergewächshaus zu beginnen. Man sät in einen Topf mit kalk- und nährstoffreicher Pflanzenerde. Das Substrat sollte immer gut feucht gehalten werden, dann entwickeln sich die jungen Schnittlauchpflänzchen sehr rasch innerhalb von ca. 8 bis 16 Tagen. Die frischen röhrenförmigen Blätter können jederzeit geerntet werden, indem sie ca. 2cm über dem Boden abgeschnitten werden. Zum Überwintern sollte die Pflanze komplett zurückgeschnitten werden. Stark durchwurzelte Töpfe mit Schnittlauch können im Frühjahr geteilt werden und bilden jeweils eine neue Schnittlauchstaude.
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
>> Nährstoffreicher lockerer Boden <<
>> Gleichmäßig feucht halten <<
- Vorgezogene Pflanzen ab Mitte April ins Freiland pflanzen.
- Den Boden für die Schnittlauchpflanzen bereitet man idealerweise durch eine kräftige Kompostgabe vor.
- Regelmäßiges Wässern und gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit führen zu kräftigem Wuchs.
- Zum Ernten schneidet man die Schnittlauchblätter ca. 2cm über dem Boden ab.
- Im Freiland muss Schnittlauch zum Überwintern komplett herunter geschnitten werden.
- Im geheizten Gewächshaus und auf der Fensterbank kann Schnittlauch im Winter kultiviert und geerntet werden.
Tipp 1: Im Gemüsebeet – Natürliche biologische Schädlingsabwehr
Zwischen Karotten gepflanzt sorgt der Graslauch dafür, dass die Möhren nicht von der Möhrenfliege befallen werden. Auch nah an Rosen gepflanzt kann er dazu beitragen den Rosenrostpilz fern zu halten.
Tipp 2: Schnittlauch – Lässt sich gut einfrieren
Gut gepflegter Schnittlauch wuchert im Sommerhalbjahr geradezu. Um auch im Winter stets den eigenen Schnittlauch essen zu können, kann man frisch geernteten Schnittlauch ganz einfach tiefkühlen. Wichtig, der Schnittlauch sollte vor dem Einfrieren kleingeschnitten werden. Es gibt zwei Methoden geschnittenen Schnittlauch zu frosten. Die Praktikabelste ist den Schnittlauch in einen Eiswürfelbehälter zu geben. Die einzelnen Zellen der Eiswürfelform werden gut mit dem Schnittlauch gefüllt, mit Wasser aufgegossen und dann tiefgefroren. So kann man den Schnittlauch gut portioniert entnehmen und auftauen. Zudem trocknet der gefrorene Schnittlauch im Eis nicht aus. Die zweite Methode ist den frischen und kleingeschnittenen Schnittlauch gut trocken zu tupfen und ihn in einer Kunststoffdose einzufrieren. Damit der geschnittene Graslauch nicht zu einem Block zusammen friert, sollte man die Dose in den ersten 12 Stunden des Einfrierens alle 45 Minuten gut schütteln. So bleibt der Schnittlauch Streu fähig.
Tipp 3: Schnittlauch – Auch die Blüten lassen sich essen
Essbare Blüten sind beliebt. Aber nur wenige wissen, dass auch die schönen kugelförmigen und lilafarbenen Blüten des Schnittlauches essbar sind. Die wunderschönen und leicht süßen Blüten des Graslauches sind weniger stark aromatisch als die Blätter und schmecken herrlich im Salat.
Tipp 4: Kräutersalz mit Schnittlauch
Eine herrliche Art das Küchengewürz haltbar und zugleich Salz aromatisch zu machen ist sein eigenes Schnittlauchsalz selber zu machen. Dafür schneidet man den Schnittlauch in nicht zu kurze Stifte mischt diese und großes Meersalz. Auch die Schnittlauchblüten machen sich ganz oder auch gezupft ganz wunderbar im Salz. Das Salz entzieht dem Schnittlauch die Feuchtigkeit, was dazu führt dass das Salz feucht wird. Es muss in einem luftdicht verschlossenen Glas aufbewahrt und dunkel gelagert werden. Das Schnittlauch-Salz eignet sich sehr gut für Salate und Salatdressings, aber auch für Salz- und Kräuterbutter sowie zum Kochen allgemein.
Tipp 5: Grüne Butter – Mit Schnittlauch superlecker
Eine weitere wundervolle Art Schnittlauch zu verarbeiten, ist ihn erntefrisch fein zu hacken, ihn mit etwas Salz sowie Rapsöl zu mischen, mit weicher Butter zu vermengen und im Mixer zu einer aromatisch feinen und wunderbar grünen Butter zu verarbeiten. Die Grüne-Schnittlauchbutter schmeckt auch einem Sonnenblumenkernbrote, ebenso wie auf Dinkelbrötchen, aber auch zu Kartoffeln oder auch einem Stück gegrillten Fleisch.
Das Beste zum Schluss: Die Ernte
Schnittlauch kann immer geerntet werden. Dazu einfach 2cm über dem Boden abschneiden und sofort frisch gegessen schmeckt der Graslauch pur auf dem Butterbrot, im Salat, Kräuterquark, zu Salzkartoffeln und in unzähligen anderen Gerichten.

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