Sie ist viel mehr als nur eine Geschmacksrichtung für Halsbonbons und Kaugummis. Wenn man von Minze spricht, meint man meist Pfefferminze. Dabei ist die Mentha Piperita nur ein Mitglied der Familie der Minzen. Die Pfefferminze ist eine sehr aromatische Pflanze, deren frische aber auch getrockneten Blätter sich hervorragend für einen Teeaufguss eigenen. Aber auch an heißen Tagen aromatisieren einige zerstoßene Minzblätter eisgekühltes Wasser und machen es zu einem erfrischenden Durstlöscher. Eine Geschmacks-Kombination mit Zitrone, Lemongras oder Ingwer bietet sich an.
Schwierigkeitsgrad: Leicht | Ort: Garten, Balkon
Aussaat/ Stecklingsvermehrung: März – April
Freiland: Mai | Ernte: Mai- Oktober
Minze, wirksam und lecker
Mit ihrem eindeutigen Geschmack aromatisiert Minze nicht nur Wasser, sondern auch Liköre, Marmeladen, Konfitüren und Fruchtgelees, sowie auch Soßen, Dressings, Fleisch und Gemüse. Als wäre all das noch nicht vielseitig genug, schaut die Pfefferminze auf eine lange Tradition als Heilpflanze zurück. Man spricht dem Minzkraut mit seinem hohen Menthol sowie Bitter- und Gerbstoffgehalt lindernde Wirkung bei Magen- und Darmbeschwerden zu. Verabreicht wird die Heilpflanze bei Bauchschmerzen als lauwarmer Tee, für dessen Aufguss sich frische wie getrocknete Blätter der Pfefferminze ideal eignen. So wirkt die Minze schmerzlindernd und krampflösend.
Für Selbstversorger empfehlen sich Minzen also aus vielfältigen Gründen. Sie sind vielseitig, aromatisch und dienen vor allem der Zubereitung von Getränken aber auch als traditionelles Heilkraut und Würze für etliche Speisen.
Grüne Minze – Illustration Mentha spicata (Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1885, Gera, Germany)
Minzen sind recht genügsam und pflegeleicht. Bestehende Pflanzen lassen sich im Frühjahr und Herbst leicht durch eine Wurzelteilung vermehren. Dazu wird der Wurzelballen der Pflanze einfach mit dem Spaten getrennt und beide Pflanzenteile werden wieder eingepflanzt. Die Genügsamkeit ist bei allen Arten der Minzepflanzen weitgehend gleich und Minzearten gibt es reichlich. Botaniker gehen von ca. 2.000 verschiedenen Minze-Sorten aus. Jedoch sind für den Selbstversorgergarten nicht alle von Interesse. Hier die Wichtigsten…
| Sorten: | |||
|---|---|---|---|
| Pfefferminze | Krause-Minze | Belgische Minze | Bach-Minze |
| Cervina-Minze | Englische Minze | Kärntner-Minze | Grüne-Minze |
| Zitronen-Minze | Kentucky Spearmint | Apfel Minze | Bernstein-Minze |
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
>> Feuchter, nährstoffreicher humoser, lehmiger oder sandiger Boden <<
- Stecklinge werden am besten im Frühjahr geschnitten und im geschützten Zimmergewächshaus oder Frühbeetkasten bewurzelt.
- Die Aussaat kann ab April/Mai direkt in den frost freien Gartenboden erfolgen.
- Minzen neigen zum Wuchern. Es empfiehlt sich beim Auspflanzen in den Garten eine Wurzelsperre zu verwenden oder die Minze in einem gelochten, alten Eimer in den Gartenboden zu pflanzen.
- Minze blüht je nach Standort, Klima und Sorte zwischen Juli und September.
Tipp 1: Pfefferminze selber anbauen – nur winterharte Sorten rauspflanzen
Pfefferminze ist in der Regel winterhart. Bei Minz-Arten von denen man nicht weiß ob sie winterhart sind – besser in Töpfen und Kübeln für die Selbstversorgung anbauen.
Tipp 2: Minze anpflanzen – auf der Fensterbank auch im Winter frisch
Bei guter Pflege kann die Minzepflanze an einem hellen Fensterplatz das ganze Jahr über frische Minzblättchen produzieren. Somit eignet sich die Minze ideal auch für einen kleinen Fenstergarten. Minze auf der Fensterbank zu überwintern ist auch deswegen besonders sinnvoll da ein frischer heißer Minztee gerade in der kalten Jahreszeit wundervoll ist.
Tipp 3: Minzsalbe selber machen – aromatisch und heilsam
Salbe mit frischer Pfefferminze ist einfach zu machen und vielseitig verwendbar. Bei Stauchungen und Sportverletzungen aufgetragen ist sie erfrischend kühlend. Bei Erkältungskrankheiten reibt man sie auf dem Brustkorb und dem oberen Rücken. Die durch die Körperwärme freigesetzten ätherischen Öle und Terpene wirkend lindernd und beruhigend auf die Atemwege. Die einfachste Art eine Minzsalbe herzustellen ist 50g frische Pfefferminze zusammen mit 100g Lanolin / Wollwachs (alternativ kann man auch Melkfett oder Vaseline verwenden) und 25g Rapsöl in einem Becherglas mit dem Stabmixer sehr fein zerkleinert. Eine solche, kalt hergestellte, Minzsalbe ist sehr aromaintensiv da sie nicht erwärmt wurde und somit kaum Aromen verdampft sind. Die Minzsalbe lagert man dicht verschlossen im Gals- oder Kunststoffgefäß im Kühlschrank. So hält sie sich mehrere Jahre.
Tipp 4: Getrocknete Minzeblätter – herrliches haltbares Küchengewürz
Minzkraut lässt sich einfach trocknen und so haltbar machen. Die frischen Blätter legt man auf einen Sieb in der Sonne aus und trocknet sie. Noch besser geht das haltbarmachen durch Trocknen mit dem Dörrgerät. Luftdicht verpackt und kühl sowie dunkel gelagert ist die getrocknete Pfefferminze ein gutes Jahr lang haltbar.
Tipp 5: Pfefferminzduftkerze – wirkt Wunder gegen Mücken
Gegen Mücken ist ein Kraut gewachsen und zwar im eigenen Garten. Man nehme etwas frische Pfefferminze, hakt sie sehr fein und gibt sie in geschmolzenes Bio-Sojawachs und giehst sich ganz einfach eine Anti-Mücken-Kerze mit Minzaroma selber. Für die schönere Optik kann man auch ganze frische oder getrocknete Minzzweigchen in die Kerze geben. Beim Abbrennen der Kerze wird konstant ein leichter Minzgeruch verströmt der die Mücken in unmittelbarer Nähe zur Kerze erfahrungsgemäß gut vertreibt.
Das Beste zum Schluss: Die Ernte
Ernten können Selbstversorger laufend im Jahr, indem die jungen Blätter und Triebspitzen abgeknipst werden. Zum Trocknen wird die ganze Pflanze, oder auch nur Teile der Pflanze, bevor die Blüte einsetzt dicht über dem Boden abgeschnitten und aufgehängt.
Herrlich erfrischende Pfefferminze aus dem eigenem Kräutergarten wünscht euch das Selbstversorgerland!

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