Die Sonnenblume (lat. Helianthus annuus) ist auf der ganzen Welt bekannt und ihre leuchtend gelben Blüten kennt jedes Kind. Ursprünglich stammen die Sonnenblumen aus Nord- und Mittelamerika. Die Menschen haben den Wert dieser sagenhaft vielseitigen Schönheit der Natur rasch erkannt und weltweit in allen gemäßigten und warmen Klimazonen begonnen den Tausendsassa unter den Blumen als Nutzpflanze zu kultivieren. Denn über ihren reinen Zierwert hinaus, ist die Sonnenblume bekannt für ihre fettreichen und nahrhaften Kerne, welche sie auch zu einer bedeutenden Ölpflanze gemacht haben. Das Öl der Sonnenblume ist sehr reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und ideal für die menschliche Ernährung. Aber mit dem Sonnenblumenöl kann man auch noch mehr machen als es zum Braten und Frittieren oder in der Salatsoße zu nutzen. Es eignet sich auch sehr gut zur Herstellung von biologischen und lebensmittelechten Schmierstoffen, kann Weichmacher ersetzen oder als hochwertiger Biokraftstoff dienen. Sonnenblumenöl ist auch ein wesentlicher Bestandteil ökologischer Farben und Lacke. Doch selbst das ist noch nicht alles.
Schwierigkeitsgrad: Leicht
Ort: Garten, Balkon
Aussaat Fensterbank/Gewächshaus: Mitte März bis April
Freiland: Ab Anfang/Mitte Mai
Ernte: Je nach Sorte & Klima ab Mitte August bis Anfang Oktober
Sonnenblumen – Augenweide mit medizinischem Nutzen
Als Arzneipflanze ist die Sonnenblume lang läufig eher nicht bekannt. Dabei ist das Sonnenblumenöl heute ein wichtiger Bestandteil von flüssig gefüllten Weichgelatinekapseln und fast jeder von uns hat es in dieser Form bereits einmal zu sich genommen. Traditionell wird Sonnenblumenöl als wirksames Mittel gegen Verstopfung eingesetzt, indem es pur getrunken wird. Aber auch als Basis selbstgemachter Cremes und Salben dient es seit vielen hundert Jahren. Zudem wird das Öl der Sonnenblume traditionell zur äußeren Wund- sowie Narbenbehandlung eingesetzt und leistet seit Jahrhunderten seinen Dienst als wärmendes Massageöl bei Rheuma. Die Sonnenblume kann also sehr viel mehr als nur gut aussehen und es ist fast schade wenn man diese wertvolle und vielseitige Pflanze nur dafür verwendet sie zu betrachten.
Sonnenblumenkerne – Hochwertigstes pflanzliches Protein
Die Kerne der Sonnenblume enthalten mehr hochwertiges Eiweiß als dieselbe Menge Rindersteak. Doch nicht nur ihr immens hoher Proteingehalt macht Sonnenblumenkerne so wertvoll. Sie enthalten große Mengen an ungesättigten Fettsäuren, sind sehr reich an Folsäure, Vitamin E, B, A und F, und enthalten viel Karotin, Calcium und Jod. Die Sonnenblume ist also viel mehr als nur schön. Mit ihrer Vielseitigkeit vom Nahrungsmittel über Tierfuttermittel- und Arzneipflanze bis hin zum Öl- und Schmierstofflieferanten ist die Sonnenblume eine ideale Pflanze für ambitionierte Selbstversorger.
| Bewährte Sorten: | |||
|---|---|---|---|
| Sunspot (kleinwüchsig bis 60cm, geeignet für Balkone) | Double Dandy (kleinwüchsig bis 60cm, geeignet für Balkone) | Golden Hedge (ideal als Sichtschutz, Sonnenschutz, Hecke) | |
| Snack (sehr hoher Kernertrag, mittelgroß bis 2m) | Ring of Fire (mittelgroß bis 1,5m) | Sunrich Orange (mittelgroß bis 2m) | |
| Titan (groß bis zu 3,5m) | King Kong (sehr groß über 3,5m) | ||
Sonnenblumen – Sonnenhungrig, durstig schnellwachsend
Die Sonnenblume ist eine extrem schnellwachsende Pflanze. Ihre Wurzeln breiten sich sehr weit und sehr tief aus um der riesigen Pflanze zum einen den nötigen Halt im Boden zu geben und die Pflanze mit den entsprechend großen Wasser und Nährstoffmengen zu versorgen. Daher sollten Sonnenblumen nicht zu nah aneinander gepflanzt werden. Bei der direkten Aussaat ins Freiland Mitte Mai, sollte ein Pflanzabstand von mindestens 40cm zum nächsten Saatkern eingehalten werden. Die Reihen sollten mindestens 60cm, besser 80cm auseinanderliegen. Werden auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorgezogene Jungpflanzen im Mai in den Garten gepflanzt, hält man mindestens 60cm, bei großen Sorten auch gern 1m Abstand zur Nachbarpflanze ein. Die großen und erhabenen Sonnenblumen werden bei viel Sonne, Wasser und Nährstoffen rasch alle anderen Pflanzen im Beet überragen und mit ihrer leuchtend gelben oder orangen Blüte viele nützliche Insekten anlocken. Besonders Honigbienen und Wildbienen sowie Hummeln werden sich in Scharen an den schönen, großen Blüten erfreuen und als wertvolle Nützlinge den Selbstversorgergarten bereichern.
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
>> Humoser, lockerer, nährstoffreicher Boden <<
>> Extrem hoher Wasserbedarf <<
- Der Boden sollte vor dem Aussäen oder dem Einsetzen vorgezogener Sonnenblumen gut vorbereitet werden. Dazu gräbt man den Boden sehr tief durch und gibt reichlich Gartenkompost hinzu. Auch eine größere Menge Hornspäne sollte beigegeben werden. Zudem eignet sich abgelagerter Stallmist um den Nährstoffgehalt des Bodens weiter zu erhöhen.
- Im Hochsommer wächst die Sonnenblume rasend schnell. Sie benötigt dann sehr viel Wasser und Nährstoffe. Als Starkzehrer sollte man die Pflanzen unbedingt Nachdüngen, ansonsten laugen sie den Boden aus und auch umliegende Pflanzen werden unter Nährstoffmangel leiden.
- Zum Nachdüngen während des Anbaus eignet sich getrockneter Hühnerdung, der locker in die Bodenoberfläche eingehakt wird. Ebenso geeignet ist ein flüssiger Ansatz aus trockenem Hühnerdung und Wasser, der gegossen werden kann.
- Sonnenblumen sind einjährige Pflanzen und sterben im Spätherbst ab. Die reifen Sonnenblumenkerne kann man gut trockenen und essen, aber auch zu Öl pressen oder für die Aussaat im kommenden Jahr zurücklegen.
Tipp 1: Sonnenblumen – Schön und nützlich auf dem Balkon
Auch auf dem Balkon lässt sich die Sonnenblume anbauen. Kleinere Sorten eignen sich sogar für Balkonkästen. Größere Sorten benötigen sehr große Pflanzbehälter mit mehr als 30 Liter, besser 50 Liter Erdvolumen. Da Sonnenblumen extrem viel Wasser und Nährstoffe benötigen müssen Sonnenblumen in Balkonkästen und Kübeln gewissenhaft und regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Zum Düngen eignen sich am besten flüssige Dünger. Da der Nährstoffbedarf wirklich riesig ist, sollte man mineralische Dünger in Betracht ziehen, da biologische Flüssigdünger eher langsam aufgenommen werden können und meist einen niedrigeren Nährstoffgehalt aufweisen.
Tipp 2: Sonnenblumen – Wunderschöner Sichtschutz
Da die Sonnenblume je nach Sorte extrem hoch (bis zu 6m) werden kann, eignet sie sich auch hervorragend als optisch ansprechender Sommer-Sichtschutz. Dafür zieht man die jungen Pflanzen idealerweise im Gewächshaus oder Frühbeet bis auf 40-50cm vor. Der Boden sollte tiefgründig umgegraben und sehr gut gedüngt werden. Wer es sich einfach machen möchte, verlegt gleich noch einen Bewässerungsschlauch und pflanzt dann mit den vorgezogenen Sonnenblumenpflanzen seine Sonnenblumen-Sichtschutz-Hecke.
Tipp 3: Sonnenblumenkerne – Trocknen leicht gemacht
Sind die Sonnenblumen früh genug reif und hat die Sonne noch ausreichend Kraft und Wärme, dann kann man die Blüten der Sonnenblumen mitsamt der Kerne gut auf eine Kordel aufziehen und sie in der warmen Sonne trocknen. Das geht besonders in Südeuropa ganz einfach. In nördlicheren Breiten sind die Sonnenblumen allerdings erst im Herbst erntereif. Dann reicht die Kraft der Sonne nicht mehr aus um die Blüten und Kerne zu trocknen. Daher bietet es sich an, die Sonnenblumenblüte mit den Kernen in einem Dörrgerät oder Dörrofen zu trocknen. Wer kein Dörrgerät hat kann sich mit dem Backofen Notbehelfen. Im Backofen müssen die Sonnenblumenblüten bei 50°C und einer einen Spaltbreit geöffneter Backofentür für mindestens 24 Stunden getrocknet werden. Ein einem entsprechend großen Dörrgerät geht es schneller und erheblich besser, da das G
Das Beste zum Schluss: Die Ernte
Wann und wie man die Sonnenblumen erntet hängt davon ab, was man mit ihr machen möchte. Als Schnittblume können die Blüten jederzeit nach Bedarf von den Pflanzen geschnitten werden. Dient die Sonnenblume als Vieh-, z.B. als Ziegenfutter, schneidet man ganze Pflanzen ab, zerkleinert sie etwas und verfüttert sie an die Tiere. Um die wertvollen Sonnenblumenkerne ernten zu können, muss die Sonnenblume ausreifen. Das dauert bis in den Spätsommer oder Herbst. Zur Ernte der Sonnenblumenkerne trocknet man die vollreife Sonnenblumenblüte und entnimmt die getrockneten Kerne, die man dann sofort pur essen kann.

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