Vorzucht ab Februar

Vorzucht auf der Fensterbank – Aussäen

Wenn der Winter in den letzten Zügen ist, ist sie am größten – die Sehnsucht nach dem Frühling und frischem Grün. Bereits ab Mitte/Ende Februar kann man damit beginnen, Pflanzen in den Innenräumen auf der Fensterbank vorzuziehen. Dabei ist zu beachten, dass es Pflanzen gibt, die eine direkte Aussaat im Freilandbeet bevorzugen. Dazu zählen Bohnen, Möhren- und Wurzelgemüse aller Art – also auch die beliebten, da einfach zu ziehenden Radieschen, aber auch Erbsen und andere Hülsenfrüchte. Exzellent für die Aufzucht auf der Fensterbank eignen sich hingegen Chili, Paprika, Gurken, Zucchini, Kürbisse, Tomaten, Melonen, Kohlrabi, Kopf-, Endivien- und Eisbergsalat.

Der Richtige Ort und das Mikroklima sind ausschlaggebend

Die Vorzucht von Gemüse auf der Fensterbank ist kinderleicht, wenn man ein paar wesentliche Dinge beachtet. Im Frühjahr sind die Tage noch relativ kurz. Umso wichtiger ist es einen möglichst hellen Platz für die Aufzucht zu wählen. Ideal ist eine Fensterbank mit Süd- oder Südwest-Ausrichtung, damit die jungen Pflänzchen möglichst viel Licht erhalten. Viele Fensterbänke befinden sich über Heizkörpern. Eine milde Wärme (bis max. 24°) ist gerade für die Wurzelbildung von jungen Pflänzchen zuträglich. Unbedingt beachten sollte man das zu viel des Guten den jungen Pflanzen und keimenden Samen sehr stark schadet. Ist ein gekeimter Samen nur einmal stark ausgetrocknet, wird er sich vermutlich niemals wieder erholen und auch Jungpflänzchen geben schnell auf, wenn ihre Erde durch trocknet und sie keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen können.

Ein Mini-Gewächshaus mit regulierbarer Lüftung ist optimal

Ein Mini-Gewächshaus mit regulierbarer Lüftung ist optimal

Minigewächshäuser für das Fensterbrett

Um die nötige Feuchtigkeit besser halten zu können ist es sehr ratsam ein Zimmergewächshaus anzuschaffen. Hier bieten die Gartencenter bereits Modelle ab 2 Euro an. Ein größeres Exemplar aus robustem Kunststoff schlägt mit maximal 20 Euro zu buche. Aber hier lohnt die Investition, denn bessere Modelle verfügen über verstellbare Lüftungsöffnungen, die es erheblich erleichtern die Luftfeuchtigkeit entsprechend des Stadiums der Keimlinge oder Jungpflänzchen anzupassen.

Töpfchen, Pflanzschalen und Aussaatbehälter

Für die Einzelaussaat von Samen (z.B. Tomaten, Gurken, Kürbisse, Chili, in der Regel die meisten größeren Pflanzen, bzw. alle Pflanzen die aus großen Samen Gurke/Bohnen aufgezogen werden) benötigen Sie kleine Anzucht-Töpfchen oder -Schälchen. Diese gibt es für wenige Cent und es gibt sie wiederverwendbar aus Kunststoff, aber auch verrottbar aus Torf und Pappmaschee. Beides hat seinen Charme. Kunststoff aufgrund der ewigen Wiederverwendbarkeit. Torf und Pappmaschee, weil es das Umtopfen erspart, da die herangewachsenen Pflänzchen direkt im verrottbarem Töpfchen ins Freilandbett umgesetzt werden.

Samen vieler Kräuter und kleinerer Pflanzen (Salate, Brokkoli, u.a.) werden aus Platzspargründen nicht einzeln, sondern zu mehreren, im Abstand von ca. 2cm zueinander, in Schalen gemeinsam angezogen und später vereinzelt, also einzeln in Töpfchen umgesetzt. Auch an Pflanzschalen halten die Gartenmärkte eine große Auswahl in vielen Größen für einige Euro bereit.

Alternativen für den kleinen Geldbeutel

Wem das alles zu viel zu kaufen ist, der kann sich auch behelfen und ohne den Besuch eines Gartencenters starten. Außer bei den Pflanzensamen kann man bei der Anzucht überall sparen.

Als Gewächshaus eignet sich zum Beispiel ein mit Alufolie ausgekleideter und mit leicht gelochter Frischhaltefolie überzogener Schuhkarton. Noch besser ist ein Kunststoffbehälter der sich mit etwas gelochter Frischhaltefolie abdecken lässt. Fertig ist das Minigewächshaus.

Als Töpfe eignen sich Eierkartons mit ihren vielen Segmenten ganz wunderbar. Und werden alte kleine Joghurt-Becher mit einem kleinen Bohrer im Boden gelocht, ersetzen sie ganz einfach Kunststoff-Töpfchen aus dem Baumarkt.
Vorzucht Anzuchterde

Woran man nicht sparen sollte

Kurz gesagt, an guten Pflanzensamen und hochwertiger Anzuchterde. Pflanzensamen bekommen sie in den Baumärkten und Gartencentern. Inzwischen ziehen wir Samen und die Eigenaufzucht dem Kauf vorgezogener Pflanzen vor (Ausnahme vorgezogene Pflanzen aus dem regionalen Gärtnerbetrieb). Denn Jungpflanzen in den Baumärkten sind oft schwach, durch halb Europa transportiert worden, mit Schädlingsmitteln behandelt, haben dennoch oft Krankheiten und Schädlinge und daher meiden wir solche vermeintlichen Schnäppchen.

Auch das Internet bietet wunderbare Möglichkeiten aus einem ungeahnt großen Fundus an Pflanzensamen auszuwählen. Egal ob Sie Pflanzensamen stationär oder online erwerben, zu beachten ist das Haltbarkeitsdatum. Dieses Datum garantiert bis wann (bei korrekter Lagerung) die Samen gut keimfähig sind.

Bei der Pflanzenerde lohnt es sich auf Qualität zu achten. Eine gute Anzuchterde ist sehr locker, hat einen hohen Sandanteil und damit gute Drainage-Eigenschaften und ist – das ist besonders wichtig – frei von Schimmel, Schädlingen und Pilzen. Darüber hinaus sind Anzuchterden auch besonders nährstoffarm um die zarten Jungpflanzen nicht direkt zu überdüngen. Der häufig gelobte Gartenkompost eignet sich also aus mehreren Gründen nicht zur Anzucht von Samen. Er ist zu schwer, speichert zu viel Wasser und hat einen wesentlich zu hohen Nährstoffgehalt.
Ergo – Samen und Erde immer nur von hochwertiger Qualität kaufen.
Vorzucht Samen säen

Jetzt kommt der Samen in die Erde

Das wichtigste gleich vorne weg. Wie tief genau oder ob vielleicht sogar aufliegend also am Licht und in welchen Abständen die Samen aus gebracht werden müssen, steht auf der Rückseite jeder Samenpackung. Besitzt man Samen ohne Verpackung, weil man sie geschenkt bekommen oder selbst geerntet hat, sollte man das Internet bemühen oder in einem Gartenbuch nachschlagen. Zumindest wenn man es ganz genau machen möchte. Für die allermeisten Pflanzensamen gilt: im Abstand von ca. 2cm zueinander und 0,5cm tief, klappt meistens super.

Einmal eingepflanzt, wird die Aussaaterde mit einem Pumpsprüher vorsichtig gut befeuchtet und dann heißt es warten. Wie lange hängt von den Pflanzensorten und dem Klima bei der Aufzucht ab. Um die 20°C bei einer Leuchtfeuchtigkeit von 50% im Zimmergewächshaus ist in fast allen Fällen perfekt.

Die Erde mit Wasser aus dem Pumpsprüher anfeuchten

Die Erde mit Wasser aus dem Pumpsprüher anfeuchten

Jungpflanzen richtig Wässern

Wird die Erde zu trocken wird mit dem Pumpsprüher nach befeuchtet. Zum Gießen mit der Kanne ist es noch zu früh, da wir so die Samen in die Erde einspülen bzw. sie aus der Erde ausspülen könnten. Beim Gießen gilt eine goldene Regel. Immer so wenig wie möglich und so viel wie nötig gießen. Die Erde sollte immer feucht – aber niemals trocken und niemals tropfnass sein! Im Zweifelsfall ist etwas weniger, viel mehr.

Viel Spaß mit den ersten Keimlingen des Jahres im eigenen Selbstversorgerland!
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