Die Gartencenter und Baumärkte bieten einige Produkte für die Vorzucht der Pflanzen an. Schnell stellt sich die Frage, welcher Aussaatbehälter macht denn überhaupt Sinn?
Grundsätzlich sind für die Vorzucht der Pflänzchen vier Dinge wichtig: Samen + Erde + Wasser + irgendein Behälter. Kurz – für die klassische Aussaat kann man alles nehmen, was die Samen, Erde und Wasser zusammenhält.
Pflanzschalen und Töpfchen
Ein Nachteil der klassischen Aussaat in Pflanzschalen und Töpfen ist das notwendige Umtopfen, wenn die Pflänzchen größer werden. Jedes Umtopfen der noch sehr kleinen zarten Pflanze birgt das Risiko die Wurzeln oder die ganze Pflanze zu beschädigen.
Ein Vorteil dagegen ist, das der Behälter mit wächst und die Pflänzchen so lange im Haus bleiben können. Zudem hat man beim Umtopfen die Möglichkeit gerade früh vorgezogene und gespargelte Pflänzchen noch einmal tiefer in die Erde zusetzten.
Verrottbare Töpfchen
Käuflich erwerbbar sind verrottbare Anzuchtbehälter vor allem aus Torf. Es gibt allerdings auch kostengünstige Alternativen:
- Aus Zeitungspapier lässt sich leicht ein Behälter mit Hilfe eines Glas formen. Wem das nicht ausreicht – es gibt online erhältlich eine professionelle Hilfe. Einfach mal im Netz nach „Paper Potmaker“ oder „Paper Potter“ suchen.
- Noch bequemer ist das Recyceln von ausgedienten Eierkartons. Natürlich kann man den Karton im Ganzen als Pflanzschale nutzen. Wenn später die Pflanze mit Karton unter Berücksichtigung von ausreichend Abstand ins Beet gesetzt werden soll, sollte der Karton vorher in einzelne Anzuchtbehälter auseinander geschnitten werden.
Der Vorteil eines verrottbaren Aussaatbehälters ist natürlich das nicht notwendige Umpflanzen. Das Pflänzchen wird mit Behälter direkt ins Beet gesetzt. Das Material zersetzt sich mit der Zeit und wird durch wurzelt.
Nachteil – das verrottbare Töpfchen bildet eine Barriere der Wurzeln, das für die Entwicklung der Pflanze durchaus hinderlich sein kann, wenn der Behälter nicht zeitig verrottet.
Quelltabletten aus Kokos oder Torf
Diese kleinen kompakt zusammen gepressten runden Plättchen müssen vor ihrem Einsatz erst einmal mindestens 30 Minuten ins Wasser geworfen werden. Vor ihrem Einsatz darf in der Quelltablette kein harter bzw. trockene Kern ertastbar sein und sollte leicht ausgepresst werden, damit der Quelltab feucht, aber nicht nass ist. In ein Quelltab wird nur ein Samen gesetzt. Pikieren ist entsprechend nicht notwendig und das Pflänzchen wird mit dem Quelltab später in die Erde eingepflanzt.
Nachteil: Ein Quelltab beinhaltet keine Nährstoffe. Zudem hat es aufgrund seiner Größe auch immer ein hohes Risiko schnell auszutrocknen.
Vorteil: Pikieren ist nicht notwendig. Das Eintopfen in einen größeren Vorzucht-Topf ist problemlos möglich und sollte wegen dem geringen Nährstoffgehalt der Torf-Tablette zeitig gemacht werden.
Unser Selbstversorgerland-Tipp
Hauptsächlich nutzen wir Pflanzschalen und nicht verrottbare Töpfe. Es ist einfach kostengünstiger, weil jedes Jahr wieder verwendbar – zeitsparend gegenüber selbst gebastelten Lösungen und ohne Torf-Produkte vielleicht einfach umweltschonender.
Die Verwendung von verrottbaren Töpfchen ist natürlich bequem und lohnt sich unserer Meinung nach gerade bei späteren Vorzuchten – d.h. die jungen Pflanzen gehen ohne Zwischenstation direkt ins Beet. Zudem zersetzt sich das Material in der Erde bei höheren Temperaturen schneller.
Der Einsatz von Quelltabs lohnt sich bei Pflanzen, die eher in geringer Zahl gezogen werden und später im Beet viel Platz in Anspruch nehmen wie z.B. Zucchini und Kürbise.
Wie entwickeln sich die Kohlrabi-Samen in den jeweiligen Aussaatbehälter?
Kleiner Vergleich im Selbstversorgergarten
Kohlrabi-Samen in Plastiktöpfchen, Torftopf, selbstgemachten Zeitungsapier-Behältnis und Quelltabs…
Wo keimt die Kohlrabi am schnellsten? Anzuchterde oder Kokos? Wie praktisch sind die Anzuchtbehälter bis zum Aussetzten? Muss umgepflanzt werden und wie oft? Was hält das Material bis zum einpflanzen aus? Oder fällt der Aussaatbehälter schon vorher auseinander? Wir berichten im Frühjahr/Sommer.

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